Bauchschlafen

Der gesunde Mensch bewegt sich im Schlaf mehr als zwanzig Mal. Die Bewegung während der Nacht ist gut für den Körper, allerdings nur, wenn sich die Muskeln im Körper auch entspannen und die Wirbelsäule und Gelenke optimal liegen können. 
 
In der Praxis werden wir immer mehr konfrontiert mit Menschen die in eine Bauchlage schlafen. Bauchschläfer bewegen sich weniger, da sie durch ihre Position auf dem Bauch, stark in ein verrenktes und fixiertes Hohlkreuz liegen und hierdurch Rückenschmerzen bekommen. 
Auch die Halswirbelsäule ist in der Bauchlage in einer extrem verdrehten Lage. Insbesondere wenn Bauchschläfer mit dem Kopf auf einem Kissen liegen. Kopfschmerzen, Migräne, starker Verspannungen im Kieferbereich sind nur einige möglichen Symptome die hierdurch entstehen können.
  
Dazu kommt das in der Bauchlage einen extremen Druck auf unseren Brustkorb entsteht und der Atmung und der Durchblutung der Organe im Bauchraum eingeschränkt wird. Die Atmung ist durch das Körpergewicht schwerer, somit kann sich der Körper im Schlaf nicht richtig erholen. 
Bauchschläfer erkranken auch wesentlich öfter an Husten, Nasen- und Ohr Problemen. 
Vermutet wird, dass die eigene wärmere Atemluft in der Bauchlage die Infektionen begünstigt.
Ein sogenanntes Seitenschläferkissen könnte eventuell eine Bauchlage verhindern. 
 
Säuglinge bevorzugen viele Schlafpositionen. Oft wird empfohlen Babys auf die Seite oder den Rücken zu legen. Zum einen ist dann anscheinend das Risiko für den plötzlichen Kindstod geringer. Dies stimmt nicht ganz. 

Biologen des Europäischen Molekularbiologischen Labors sind auf eine Spur gestoßen, die Erklärungen liefern und eine Risiko-Diagnose bei Neugeborenen möglich machen könnte. 
Die Fährte der Forscher führt zum Botenstoff Serotonin. Er steuert im Körper wichtige Systeme wie Atmung, Blutdruck und Temperatur. Gerät dieser Regel-Mechanismus etwa durch einen Gen-Defekt aus dem Takt, so die These der Wissenschaftler im Fachmagazin "Science", kommt es vor allem in den ersten Lebensmonaten zu bedrohlichen Situationen. Sowohl bei zu hoher wie bei zu niedriger Serotonin-Ausschüttung könnten Körpertemperatur, Herzschlag und Atmung offenbar nicht mehr den äußeren Bedingungen angepasst werden. 

Nichts desto trotz, ist es zu empfehlen das Säuglinge nachts entweder seitlich oder auf dem Rücken gelagert werden. Tagsüber ist kontrollierte Bauchlage empfehlenswert.

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