Robert den Besten Osteopathie
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Innere Organische Spannung

Unter der  Begriff "Faszien" (Bindegewebe) verstehen wir so viel bandförmiges, sehr reißfestes und kollagen reiches Gewebe. Ähnlich wie Spinnengewebe. Das Bindegewebe besteht aus Kollagen Fasern, Wasser und verschiedenen Klebstoffen. Dies sorgt für Stabilität, Elastizität und Gleitfähigkeit. Somit geben die Faszien unserem Körper Halt, und ermöglichen Bewegungen und sanfte Verschiebungen der Organe.

Als netzartiges Gewebesystem umhüllt das Faszien Gewebe sämtliche Organe, Muskeln, Gefäße, Knochen, Sehnen und Bänder. Es verbindet alles miteinander, hält so sämtliche Teile des Körpers zusammen und fixiert sie am richtigen Platz.

Daher kann erst durch das Faszien Gewebe ein zusammenhängender Organismus entstehen. 

Das Bindegewebe speichert aufgrund seiner hohen Wasserbindungsfähigkeit Wasser im Gewebe. Gleichzeitig dient es als Abwehrfunktion des Körpers.

Bindegewebe bildet eine wichtige Barriere, die Fremdkörpern das Eindringen erheblich erschwert. Gleichzeitig sorgt das Bindegewebe dafür dass unsere Organe und Körperteile immer an ihrem vorbestimmten Platz bleiben. Wäre das nicht der Fall, würden sie bei jeder Bewegung durch den Körper purzeln.

Trotz dieser Eigenschaft ermöglicht das Bindegewebe den Organen, ihre festgelegte Position bei Bedarf zu verschieben. Das ist die elementare Voraussetzung dafür, dass beispielsweise das Atmen, die Verdauung oder auch eine Schwangerschaft überhaupt möglich sind.

Beim Einatmen bewirkt das Faszien Gewebe, dass sich die Lungen ausdehnen und die Organe im Bauchraum leicht nach unten verschoben werden können, ohne dass eines dieser Organe das andere in seiner Funktion beeinträchtigt. In der Schwangerschaft werden nahezu sämtliche Organe zur Seite geschoben, damit dem Fötus ausreichend Platz für das Wachstum zur Verfügung steht. Und auch in dieser extremen Situation leiden die Organe nicht übermäßig, da sie vom Faszien Gewebe so geschützt werden, dass sie nicht unmittelbar aneinander reiben.

Das Viszerale (Organische) Bindegewebe ist für die Aufhängung und Einbettung der inneren Organe sowie des Gehirns zuständig. Zu dem viszeralen Bindegewebe gehören beispielsweise die Hirnhaut, der Herzbeutel, das Brustfell der Lunge sowie das Bauchfell. 

Bindegewebe der Organe ist neben den tiefen Bindegeweben mit zahlreichen sensorischen Rezeptoren ausgestattet. Insbesondere im sogenannten Peritoneum (Bauchfell) und Dickdarm.
Aus diesem Grund wird das Bindegewebe auch als Sinnesorgan bezeichnet.

Neben den sensorischen Rezeptoren befinden sich in diesem Bereich auch alle peripheren Nervenenden, die Nerven die außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegen sowie sämtlichen Schmerzrezeptoren. Aus diesen Grund reagiert dass Bauchfell sowohl unmittelbar auf Verletzungen des Gewebes als auch auf die der Nerven selbst.

Zuviel Belastung kann genauso wie ein Bewegungsmangel dazu führen, dass das Bindegewebe verklebt. Die Gleitfähigkeit ist dann eingeschränkt, was sich wiederum auf unsere Beweglichkeit und damit auf unser Wohlbefinden auswirken kann. Alles ist mit allem verbunden und daher kann eine veränderte Spannung des Bindegewebe immer auch Auswirkungen auf die Spannung der Faszien anderer Körperbereiche haben.

Eine Verklebung vom Gewebe der Leber durch eine Entzündung des Organs, könnte die Spannung in den kompletten rechter Körperhälfte verändern, wodurch auch die rechte Schulter betroffen sein kann.
Das ganze Schultergelenk sinkt dann leicht nach unten, wodurch eine zusätzliche Spannung auf dem Schultergelenk entsteht, die schließlich die Beweglichkeit des rechten Armes stark beeinträchtigen kann. 

Neben Blutgefäßen führen auch Lymphgefäße durch das Bindegewebe. Mit der Lymphflüßigkeit werden Nährstoffe zu den Zellen hin und Stoffwechselabfallstoffe sowie andere Schadstoffe von den Zellen weg transportiert.

Bei einer länger anhaltenden Muskelverspannung im Nacken-, Schulter- oder Rückenbereich, kann aufgrund der fehlenden Muskelbewegung der Lymphfluß stark beeinträchtigt werden. Da dieser Bereich nun nicht mehr richtig bewegt wird, kann er auch nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Das gleiche gilt bei Wunden oder Narben und das umliegenden Bindegewebe. 

Das verklebte Bindegewebe kann durch den Verlust ihrer Zugkraft und Flexibilität, die Bewegungsfähigkeit der betroffenen Muskelfasern deutlich einschränken. Zur gleich können die Nerven, die durch diesen Gewebebereich führen, gequetscht werden, was zu empfindlichen Schmerzen führen kann. Diesen Schmerzen sind nicht sichtbar für Röntgenbilder, weshalb bei undefinierbaren Schmerzen immer auch an das Bindegewebe zu denken ist.

Bei Rückenschmerzen sind in nur 20 Prozent der Fälle die Bandscheiben verantwortlich, laut Forscher vom Fascia Research Project der Universität Ulm. Die übrigen 80 Prozent haben andere Ursachen, darunter verklebte Faszien.

Da das Faszien Gewebe den gesamten Organismus wie ein Netz umspannt, sind die Organe von der Verhärtung des Bindegewebes ebenfalls betroffen. 

Neben Verhärtungen und Verklebungen des Faszien Gewebes können auch übertriebene sportliche Aktivitäten sowie eine andauernde Fehlhaltung zu dessen Verletzung beitragen. So können sämtlichen Sportaktivitäten, auch Fitness zur Überdehnungen und Schädigung vom kollagenen Bindegewebe führen.

Durch Überbelastung von Muskulatur, entstehen feine Risse in dem Bindegewebe, die kleine Entzündung Prozesse auslösen. 

Auch bei Reizung oder Entzündung von Sehnen, oder Tennisarm handelt es sich um nichts anderes als um Verletzungen des Bindegewebes, die auf eine Fehl- oder Überbelastung betroffener Strukturen hinweisen.

Auch führen Schnittwunden, Knochenbrüche oder jede Art von Operation, zu Verletzungen vom Bindegewebe, wobei letztgenannte große Schäden am Gewebe anrichten, da hier besonders viele Fasern verletzt werden können.

Durch die Schonhaltung die betroffene aufgrund der Schmerzen unbewusst einnehmen, verschlimmert die Situation noch weiter, denn jetzt verursacht die veränderte Haltung an anderer Stelle zusätzlich eine Überbelastung des Bindegewebes, die sich dann ebenfalls schmerzhaft äußert.

Ebenso wie ein Mangel an Bewegung wirkt sich auch anhaltender Stress negativ auf die Spannung des Bindegewebes aus, insbesondere im Bauchfell Bereich wo sehr viele Stress Sensoren liegen.

Stresssituationen setzen im Körper spezielle Hormone frei. Diese Hormone führen dazu, dass sich das Bindegewebe anspannt, und zwar ohne dass die Muskeln in diesen Prozess involviert sind. Sobald der Stress vorüber ist, entspannen es sich wieder.

Bei chronischer Stress bleibt das Bindegewebe permanent in Spannung. Dadurch verliert es ihre Flexibilität und verhärtet schließlich. Aus diesem Grund können langanhaltende Stresssituationen die Beweglichkeit der betroffenen Personen stark beeinträchtigen.

Verklebung oder Verhärtung des Bindegewebes hat immer Auswirkungen auf die in diesem Gewebebereich verlaufenden Nervenenden. Sie können regelrecht zusammengequetscht werden und daraufhin umgehend mit Schmerzen reagieren.

Kurz gefasst; Schmerzen werden nicht ausschließlich durch Verletzungen des Bindegewebes hervorgerufen. In der heutigen Zeit ist anhaltender Stress, sowohl Beruflich als auch schon in der Schule schon fast einem "normalen" Zustand geworden ist. Deswegen wundert es nicht, dass unzählige Menschen über chronische Gelenk-, Nacken-, Schulter oder Rückenschmerzen klagen. Nur bei 20% der Körperlichen Schmerzen sind die Ursache in der Wirbelsäule sprich Bandscheiben zu finden. Bei andere Bewegungseinschränkungen und Schmerzen (80%), ist höchst Wahrscheinlichkeit die Innere Organische Spannung die Ursache. Auch Blockierungen von Gelenke oder Wirbelsäule sind hiervon betroffene. Weshalb ist wichtig ist, nicht nur die Blockade zu lösen, sondern auf Dauer die Ursache.

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Therapeuten.