Erworbene Kopfverformungen bei Säuglingen
oft zu spät erkannt 

Um das Risiko eines plötzlichen Kindestodes zu reduzieren, wird seit Anfang der 90er-Jahre dazu geraten, Säuglinge nachts auf dem Rücken schlafen zu lassen. Einige Eltern betten deshalb ihr Kind auch tagsüber ausnahmslos in Rückenlage.
Der weiche und leicht verformbare Hinterkopf kann dabei so stark abflachen, dass eine Behandlung nötig wird.

Professor Dr. Fitze, Tagungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, stellte bei einem Chirurgenkongress in Berlin die deutliche Zunahme solcher Fälle vor.
Nach Dr. Fitzes Angaben könnte sich dieses anfangs rein kosmetische Problem der Schädeldeformität zu Hals- und Kieferleiden hin entwickeln. Präventiv sollten die Säuglinge nachts auf einem Lagerungskissen gebettet werden, das den Kopf des Kindes besser auffängt.
Tagsüber sollten Säuglinge überhaupt nicht auf dem Rücken liegen und von allen Richtungen angesprochen werden, um eine Einseitigkeit zu vermeiden. 
Sind Deformitäten vorhanden, sollte früh mit einer Therapie begonnen werden. 
Leichte Deformitäten lassen sich im ersten Lebensjahr gut durch manuelle Therapie, Physiotherapie, Osteopathie korrigieren. 
 
Dabei werden bestimmte Bewegungsabläufe stimuliert und Blockaden gelöst. Die Dauer der Behandlung kann mehrere Monate dauern. Diese Form der Therapie ermöglicht, dass sich das Wachstum des Kopfes normalisiert. 
Zu den erworbenen Schädeldeformitäten kommen die angeborenen hinzu. 
 
„Allerdings ist zu beachten dass nicht jeder deformierte Kopfform einen Anzeichen sein muss für eventuelle Blockaden oder andere Bewegungseinschränkungen“. 
Häufig sind Kopfdeformitäten zurück zuführen auf das familiäre Erbgut, dies bedeutet nichts anderes als dass Säuglinge die Kopfform vererbt bekommen von den Eltern. 

In der vergangene Jahren wurden Kopfdeformitäten immer mit dem sogenannte KiSS-Syndrom verbunden. Hierbei geht man davon aus, dass eine Kopfdeformität, Bewegungseinschränkungen und andere Bewegungsstörungen verursacht werden durch Blockaden in der oberen Halswirbelsäule, Atlas und Axis.
Das KiSS-Syndrom ist eine reine Erfindung. Das große Problem bei der Diagnose ist, einmal KiSS -Syndrom immer KiSS-Syndrom. Was totaler Unsinn ist. 

Jeder hat Blockaden, die durch irgendwelche Fehlbelastungen oder Fehlspannungen entstanden sind, so auch in der Halswirbelsäule. Dies bedeutet aber nicht zugleich, dass dies immer oder mit irgend einem Syndrom verbunden sein muss. Jeder Blockade hat seinen eigenen Ursprung oder Vorgeschichte. 
Nichts desto trotz ist es richtig Säuglinge rechtzeitig auf eventuelle Bewegungseinschränkungen zu kontrollieren. 

„Der Kinderarzt Stephan Heinrich Nolte aus Marburg kritisiert deshalb, in Geburts- und Kinderkliniken werde heutzutage viel zu wenig auf den manuellen Umgang mit dem Säugling und eine wechselnde Lagerung der Babys, auch in Bauchlage, geachtet. Vielmehr werde die ausschließliche Rückenlage empfohlen - eine Ursache für einen späteren Liegeschaden oder eine Asymmetrie, weil die Säuglinge nicht in der Mittellinie liegen blieben und eine Vorzugshaltung entwickelten. Das werde dann häufig von Osteopathen behandelt. 
Man benötige nicht nur einen Osteopathen, sondern auch eine bessere Anleitung im Umgang mit Neugeborenen, um früh gegenzusteuern“. 
Je eher mit einer Kontrolle angefangen wird, desto eher bekommt der Therapeut Erkenntnisse über die weitere Entwicklung des Säuglings und seiner Kopfform. Unabhängig vom Kinderarzt. 


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