Dreimonatskoliken - Schreikinder

 
Jeder kleine Säugling schreit.

Wenn Babys aber viel schreien, ohne hungrig, überhitzt oder krank zu sein, wird dies oft Dreimonatskoliken genannt. 
Bei etwa 10% der jungen Säuglinge kommt so etwas vor. Obwohl niemand die Ursachen genau kennt, scheinen sensible Kinder hierfür empfänglicher zu sein. Die "Koliken” werden nicht durch Fehler im Umgang mit dem Baby hervorgerufen.
Die Schreiattacken haben meist nichts mit Gasbildung im Darm oder Bauchschmer­zen zu tun, auch wenn dies vermutet wird. Bei wenigen Kindern werden Koliken nur bedingt durch Milcheiweißallergien verursacht. 
Die einzige Ände­rung der Ernährung, die in Studien bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten einen Effekt hatte, war eine kuhmilchfreie Kost. 

Umstritten ist die Bedeutung des KISS-Syn­droms (Kopfgelenk- induzierte Symmetrie­störung). Vermutet werden Schmerzen aus dem Bereich der Halswirbelsäule durch Verschiebungen unter der Geburt. Einige Ärzte wenden manualtherapeutische Verfahren an, allerdings steht der 
wissenschaftli­che Beweis dieser Theorie aus. 
Da Bewegungseinschränkungen in der Halswirbelsäule verbunden sind an Bewegungen zwischen der Wirbelsäule, das Becken, Organe und das Zwerchfell, und somit Bewegungs- und Funktionsstörungen im gesamten Körper die Ursache sein könnten, ist ein KISS-Syndrom bei den wenigsten Säuglinge vorhanden. 
Eine Blockade alleine kann nicht der Grund sein und können auch erst später in der Entwicklung entstehen. 

Vielmehr könnte ein wichtiger Grund fürs Schreien eine nicht erforschte Spannung im Bauchraum sein, welcher gleichzeitig zuständig für einen asymmetrische Spannungsveränderung im Bauchraum ist, und somit eventuelle Blockaden im ganzen Körper verursachen könnte. 


Ein Säugling ist in seiner Embryonalperiode von Anfang der Zellteilung bis zu der Geburt in seiner Entwicklung. Nach der Geburt kommt es zu einer Umstellung in der Physiologie des kindlichen Körpers. Der Kreislauf macht sich unabhängig von der Mutter, und das Kind beginnt selbständig zu atmen.
Der natürliche Prozess der Entfaltung nach der Geburt kann auch eingeschränkt sein, wenn die auf das Kind bei der Geburt wirkenden Kräfte besonders stark sind und damit die normale Anpassungsfähigkeit des Körpers überfordern. 
Die Folge können somatische Dysfunktionen, Einschränkungen im gesamten Wirbelsäule und Becken sein.
Gleichwohl spielen hierbei insbesondere die Verspannungen und Verklebungen im Dickdarm und Bauch Bereich eine sehr große Rolle.

 

In den letzten Jahre haben Forschungen bei Säuglingen, Kleinkinder und Erwachsen neue Erkenntnisse gebracht. Festgestellt ist dass schon während der Zellteilung in der Schwangerschaft, einige entscheidende Strukturen woraus der Mensch sich entwickelt hat, die Ursache sein könnten für eine ständige anatomische Asymmetrie. 
Insbesondere in den ersten Monaten nach der Geburt.


Die Ursache hierfür könnte das Ligamentum Falciforme hepatis sein. Auch bekannt als “innere Nabelschnur“ (Ligament falciforme teres hepatis). 

Die innere Nabelschnur besteht aus zwei stramme Bänder, die bei der Entwicklung von ein Säugling zusammen mit unserem Zwerchfell die wichtigste Rollen spielen.
Allerdings sorgen diesen Bänder nach der Geburt durch ihren Verlauf für einen ständigen Fehlstellung im inneren unserem Körpers. 

Der Verlauf der Bänder ist schräg von der rechten Seite nach vorne und unten verlaufend, von rechts oben zur Innenseite unseres Bauchnabels. 

Beide Bänder laufen durch unser Leber und verankern sich oben am Zwerchfell und unten am Bauchwand.
Unsere Wirbelsäule wird hierdurch direkt mit unseren Bauchwand verbunden.
 
Das Ligamentum teres hepatis dient während der Schwangerschaft im Mutterleib, als Nabelvene (Vena umbilicalis), ein venöses Blutgefäß, welches sauerstoffreiches Blut von der Plazenta über den Nabel zum Foetus führt. 

Nach der Durchtrennung von der Nabelschnür, muss der Körper sich neu orientieren und sich anpassen an seine eigene Versorgung. 
Diese ganze Umstellung dauert mindestens 3 bis 5 Wochen.
Der menschliche Körper ist von der Entwicklung an, geprägt mit anatomische und physiologischen Umstellungen und Anpassungen im Körper, wodurch immer wieder neue  Fehlstellungen in unserem Körper entstehen können.

An der innere Nabelschnur wird nach der Geburt keine Aufmerksamkeit mehr gegeben, da die Nabelschnur ja nicht mehr sichtbar ist, und diese von innen verkümmern soll. Dies bedeutet so viel wie, es hat angeblich keine richtige Funktion mehr. 

Bei den meisten Säuglinge ist kurz nach der Geburt deutlich zu spüren, wie der rechter Bauchraum angespannter ist als auf die linker Seite. Die Beweglichkeit vom rechten Becken, rechter Hüfte und die dazu gehörige Muskulatur sind eingeschränkt.
Der Bauchraum unterhalb der Leber ist schmerzempfindlich.

 

Die Organisation der Verbindung von unserer Leber an der Wirbelsäule und die Verbindung vom Zwerchfell, kann zusätzlich für einen erhebliche Verlagerung von Spannung im Rücken verursachen und für einen Streckung der Wirbelsäule sorgen. 
Diese zusätzliche Überstreckungshaltung verursacht Druck in der Wirbelsäule, wodurch  eventuellen Blockaden entstehen. Aber vorallem entsteht Spannung auf den Darm, wodurch Bauchschmerzen und Darmkoliken entstehen können. 
 
Bei Säuglingen verbessert sich die Lage und Spannung meistens zwischen dem 2. Monat und dem 4. Monat, wodurch die Koliken und das Schreien nachlässt oder verschwindet.  
In diese Zeitspanne ist es aber umso wichtiger ein Säugling zur Behandlung vorzustellen, um auf Verwachsungen und mögliche Blockaden zu kontrollieren.
 
Auch wenn durch eine Behandlung das Schreien nie komplett verhindert werden kann, vermindert sich häufig die Intensität des Schreiens und gegeben falls die Ursache. Kinder mit Dreimonatskoliken sind später meist sensibel und sehr aufmerksam für ihre Umgebung. Meistens haben diese ein hohe Wahrnehmungsgefühl von der Geburt an. 


Praxis Robert den Besten Osteopathie

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Therapeuten.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von Facebook, Instagram und Co.